reifenwechsel.de Reifen ABC: Buchstabe R

Radialreifen
Im Gegensatz zu Diagonalreifen, bei denen die Cordfäden der einzelnen Lagen schräg zur Fahrtrichtung angeordnet sind, sind bei Radialreifen die Cordfäden im 90° Winkel zur Laufrichtung angeordnet. PKW-Reifen enthalten immer eine Radialkarkasse, wobei bei Motorrad- und Flugzeugreifen auch eine Mischbauweise zum Einsatz kommt.
Radlast
Radlast bezeichnet das Gewicht von Fahrzeug und Ladung auf dem Reifen, die anhand der zulässigen Tragfähigkeit in Abhängigkeit der spezifizierten Geschwindigkeit begrenzt ist.
Regroovable
Regroovable bedeutet "nachschneidbar". Nur Reifen mit dieser Zusatzkennzeichnung auf der Seitenwand dürfen nachgeschnitten werden. Dies ist nur bei Nutzfahrzeugreifen erlaubt.
Reibbeiwert
Der Reibbeiwert oder Reibwert (Faktor µ) definiert die Haftung des Reifens auf der Fahrbahn. Abhängig ist dieser vor allem von der Fahrbahnbeschaffenheit, dem Fahrbahnzustand, der Profilgestaltung, dem Karkassenbau, der Geschwindigkeit, der Bodendruckverteilung, der Temperatur sowie von der Laufflächenmischung.
Reibung
Die Reibung entsteht innerhalb der Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn beim Anfahren, beim Beschleunigen, beim Bremsen und in Kurven. Die Oberfläche des Reifen nutzt sich ab, man spricht hierbei von Abrieb. Die Reibung hängt maßgeblich von den Eigenschaften der Fahrbahn und des Reifens ab.
Reifen
Die Reifen sind das Einzige was Ihr Fahrzeug mit der Straße verbindet und ihre Auflagefläche ist nur in etwa so groß wie eine Postkarte. Daher ist es wichtig, dass Sie regelmäßig den Zustand Ihrer Reifen kontrollieren. Bei jedem Tankstopp sollte der Luftdruck überprüft werden. Kontrollieren Sie ab und zu auch die Profiltiefe, das Reifenalter (nicht älter als 10 Jahre) und ob die Reifen Beschädigungen aufweisen. Die Sicherheitsprofiltiefe bei Sommerreifen beträgt 3 mm.
Reifenalter
Das Alter eines Reifens erkennen Sie an den letzten Ziffern der DOT-Nummer. Die ersten zwei Ziffern stehen für die Produktionswoche und die letzten beiden Ziffern für das Produktionsjahr (WWJJ). Ein Reifen mit der DOT-Nummer "2509" am Ende wurde dementsprechend in der 25ten Kalenderwoche im Jahr 2009 hergestellt.
Der Alterungsprozess wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. So wirken sich beispielsweise Witterungseinflüsse wie UV-Strahlung, Nässe sowie schwankende Temperaturen auf die Elastizität und die Haftigkeit eines Reifens aus. Durch Zugabe verschiedener Substanzen wird dieser Alterungsprozess jedoch stark verlangsamt. Ein Reifen, der mehrere Jahre (max. 5 Jahre) sachgemäß eingelagert wurde entspricht den Spezifikationen eines Neureifens und ist in seiner Verwendungstauglichkeit nicht beeinträchtigt. Grundsätzlich ist die Nutzungsdauer von Reifen am Pkw weder vom Gesetzgeber noch technisch eingeschränkt. Reifen sollten jedoch durch einen Reifenfachmann einer Sicherheitsuntersuchung unterzogen werden, wenn sie älter als 10 Jahre sind. ("Richtlinie für die Beurteilung von Reifenschäden" / § 36 StVZO)
Reifenbezeichnung
Rechtliche Anforderungen sind ein Typengenehmigungszeichen auf der Seitenwand des Reifens und eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Besitzen sie noch einen alten Kfz-Schein, dann finden Sie die erlaubten Reifengrößen unter Ziffer 20 bis 23 bzw. als Eintragung unter Ziffer 33. Seit dem 1. Oktober 2005 gilt die neue Zulassungsbescheinigung. Diese nennt unter Punkt 15.1 und 15.2 nur noch eine von möglicherweise mehreren erlaubten Größen. Wir empfehlen Ihnen beim Fahrzeughersteller, Ihrem Reifenfachhändler oder im Autohaus nachzufragen. Meist dürfen auch alternative Dimensionen verwendet werden. Wichtig ist in jedem Fall die komplette Bezeichnung.

Beispiel:205/55 R 16 91 W

205 Steht für die Reifenbreite in mm (20,5 cm)
55 Verhältnis von Flankenhöhe zu Reifenbreite in % (55% von 205 mm ist die Höhe)
R Code für die Reifenbauart, Radialreifen
16 Felgendurchmesser in Zoll
91 Traglastindex des Reifens (91 = 615 kg pro Reifen). Reifen mit einer höheren Kennzahl dürfen ohne weitere Prüfung verwendet werden. Bei niedrigeren Kennziffern ist jedoch darauf zu achten, dass die Traglast ausreichend ist.
W Ist die Kennzeichnung für die maximale Höchstgeschwindigkeit (Speed Index) des Reifens (W = bis 270 km/h). Nur bei der Verwendung von Reifen mit einer M+S-Kennung, dürfen Reifen mit niedrigerer Geschwindigkeitstauglichkeit verwendet werden (z.B. mit Symbol „T“ bis 190 km/h).

Beispiel:
Bei einem Pkw mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h müssen die Reifen den Speed Index "V" haben (bis 240 km/h). Bei einer M+S-Bereifung darf der Pkw auch mit "T"- (bis 190 km/h) oder "H"-Reifen (bis 210 km/h) gefahren werden. Allerdings nur dann, wenn ein Aufkleber mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der Reifen im Blickfeld des Fahrers angebracht wird! Reifen mit einen höheren Speed Index dürfen immer verwendet werden.
Reifendruck
Siehe Fülldruck
Reifengröße
Beispiel: 205/55 R16 91 W. Die Bezeichnung der Reifengröße enthält die Angaben Reifenbreite in Millimeter (205 mm), das Verhältnis von Reifenhöhe zu Reifenbreite in % (55), die Reifenbauweise (R = Radial), der Felgendurchmesser in Zoll (16), den Tragfähigkeitsindex (91= 615 kg pro Reifen) und den Geschwindigkeitsindex (W=über 240 km/h).
Retread
Retread bedeutet "runderneuert". Diese runderneuerten Reifen sind mit einem "R" bzw. mit einem "Retread" auf der Seitenwand gekennzeichnet.
Rollwiderstand
Der Rollwiderstand entsteht vor allem durch die Verformung (Walkarbeit) des Reifens dort, wo er Kontakt mit der Fahrbahn hat und hemmt die Bewegung des Fahrzeugs. Die zu leistende Walkarbeit schluckt Energie und wirkt bremsend. Der Rollwiderstand nimmt demnach mit zunehmender Belastung, steigender Geschwindigkeit und abnehmenden Reifenluftdruck zu.
Run-Falt Tire
Als Run-Flat-Tire werden Reifen mit Notlaufeigenschaften bezeichnet, die im Falle eines Reifenschadens die Weiterfahrt mit verminderter Geschwindigkeit ermöglichen. Von den meisten Herstellern von Notlaufreifen wird der Einsatz eines Reifendruckkontrollsystems vorgeschrieben, da der Fahrer durch die guten Fahreigenschaften kaum einen Unterschied zwischen drucklosen und normalen Reifen bemerkt.
Runderneuerung
Bei einer Runderneuerung wird die Lauffläch erneuert, d.h. der Reifenunterbau – die Karkasse – wird wieder verwendet. Ein neuer Laufstreifen wird auf die Karkasse aufgebracht und vulkanisiert. So entsteht ein fast neuer Reifen. Die Eigenschaften sind allerdings abhängig von der Qualität der gebrauchten Karkasse und der sorgfältigen Verarbeitung.